Kid Simius

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Single: Grapefruit
EP: Jirafa Waves EP

Eigentlich war es Lou Reed, der den jungen Kid Simius animiert hat, selbst Musik zu machen. Und das, obwohl der gebürtige Spanier alles andere als der klassische Singer-Songwriter ist. Kid Simius: das bedeutet Elektro. Knöpfe, Rechner, gemixte Melodien, die aus Boxen auf internationalen Festivals wie Melt! oder Eurosonic dringen oder Shows von Major Lazer, Seeed, WhoMadeWho und Marsimoto unterstützen. Doch der heute 28-Jährige bemerkte, dass Lou Reed nicht der beste Sänger und Gitarrist ist, aber trotzdem verdammt geile Musik macht. Das ermutigte ihn, seinen eigenen Weg unbeirrt weiter zu gehen. Das tut er mit seinen Songs, die einen in allen Lebenslagen abholen.

Es gibt Lieder, zu denen man unfassbar schön traurig sein kann. Und wenn die Trauer dann vorübergezogen ist, kann man zu genau denselben Sounds ganz andere Gedanken haben. Man ist kraftvoll, kathartisch erregt, enthusiastisch. Dieses Undefinierbare ist spannend, weil es damit innerhalb eines Lieds immer wieder Neues zu entdecken gibt. Je nach Gemütszustand werden plötzlich unerwartete Dinge sichtbar.

Diese Vielschichtigkeit liefert Kid Simius mal wieder ungefiltert mit seiner neuen EP „Jirafa Waves“. Schon der erste Song auf der EP macht das deutlich. „Grapefruit“ serviert einem dieses changierende Gefühl ohne Umwege. Hoffnung und Lässigkeit trifft auf tiefgehend Nachdenkliches. Grapefruit, das sind bittere Früchte. Vielleicht lässt man das einfach so stehen. Unterstützt wurde er bei diesem Track von dem Synthy Pop Duo Pari San.

Gerade weil er sich nie auf irgendetwas festlegt, bleibt sein Stil so überraschend. Er probiert aus, was er liebt. Immer wieder sagt er: „Mir geht es um den Moment, nicht ob es am Ende Erfolg hat.“ Den hat er trotzdem. Der gebürtige Spanier will ehrliche Lieder erschaffen. Und damit ehrliche Emotionen bei seinen Anhängern provozieren. Genau wie es bei ihm selbst der Fall ist. Denn auch diesmal ist ihm seine Identität so wichtig: Kid Simius, eigentlich José Antonio García Soler, vermisst Granada – sein Zuhause. Der Stadtwechsel nach Berlin 2009 war seine beste Entscheidung, sagt er. „Die schlechteste war, meine Heimat zu verlassen.“ Diese fast schon poetische Zerrissenheit macht seine Musik dann auch so besonders. Denn er erzählt Geschichten mit seinen Melodien.

Das wird vor allem in dem Song „The Colour of Granada“ spürbar, der ihn selbst berührt, wie er sagt. Zusammen mit seinem Bruder „The Pimientos“ hat er den produziert. Aber auch in den anderen Kompositionen aus Synthy und Gitarren wird deutlich, dass er von Spanien erzählt, dass er liebevoll mit diesem Land spricht, es zitiert. Im „Berlin Flamenco Ensemble“ tut er das besonders deutlich. Schon der Titel sagt es: Klänge vom traditionellen Tanz und Kastagnetten wurden in elektronische Großstadtsprache übersetzt. „Damit habe ich meine Identität auf meine Songs transferiert und lasse auch meine Wahlheimat Berlin zu Wort kommen.“

Die Melodien gehen, wie gewohnt, direkt ins Ohr. Die Harmonien, die Kid Simius ausgetüftelt hat, sind dankbar, schnell zu verstehen. Er selbst sieht sein Werk als eine Art Collage mit einfacher und direkter Struktur. Die Puzzleteile greifen mit ihren Verbindungsteilen perfekt ineinander und ergeben damit ein rundes Gesamtbild. Und das, obwohl sie jeweils so verschiedene Details abbilden.

Was sie zusammenhält ist eine konsequent nostalgische Stimmung, die sich unaufdringlich über die insgesamt fünf Songs legt, aber mit Verspieltem und Zeitlosem gespickt ist. Zwischendrin wird diese Mischung dann durch verschieden stark flirrende Elemente durchbrochen. Es ist der Dreivierteltakt, der irritiert und doch irgendwie passt. Es sind die unschuldig und ironisch klingenden Färbungen. Plötzlich wird gerappt. Eine zarte Stimme singt. Und da ist das Urbane, was nicht nach Beton und Kälte sondern nach verschwommenen Straßenlaternen in der Ferne klingt, die sein Inneres wärmen.

Vielleicht ist Kid Simius’ EP wie eine musikalische Postkarte in seine Heimat, auf der er auch von seiner neuen Heimat Berlin erzählt. Im März und April wird er die immer wieder auf der Bühne während seiner „Jirafe Waves“-Tour formulieren, mit seiner ganz eigenen Handschrift –live noch mal anders als auf Platte. Er ist gespannt, welche Emotionen er dann bei seinen Fans hervorrufen wird. Und genau das ist es, wieso der charismatische Musiker seinen Beruf so liebt: „Ich kann meine Geschichten erzählen und bekomme direktes Feedback.“ Sicher ist: Die Melodien auf seiner Postkarte werden jeden bewegen, irgendwie.

Info
Country: Germany
Label: JIRAFA RECORDS
Press Contact: Simone Kornalewski

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